Pre-workshops

Der Pre-Workshop wird von zwei Lehrer*innen unterrichtet, eine*r am morgen und der/die andere am Nachmittag.

 

Dieser Workshop richtet sich an Menschen, die schon ein gutes Basiswissen in Contact Improvisation haben und darauf aufbauend weitergehen wollen.
Wir werden technisch-präzise und somatisch-spürend Bewegungsprinzipien erforschen, die wesentlich für eine mühelose, genussvolle und nachhaltige Körperorganisation sind. Dabei arbeiten wir alleine und im Kontakt.
Ausgangspunkt wird der Fallende Körper sein.
Wie kann ich unser fallendes Gewicht lesen und nutzen um gemeinsam entspannte Wege in die Luft oder in den Boden zu finden?
Wie kann ich mich effizient organisieren um zu ermöglichen, dass wir die Leichtigkeit, die aus dem Fall entsteht, in unserem Tanz voll ausschöpfen können?
Ziel des Workshops wird es sein Inspiration und Werkzeuge zu geben, um die eigene Weiterentwicklung im Tanz zu fördern und zu nähren.

 

Elske Seidel

ist eine global vernetzte und international engagierte Contact Lehrerin, Tänzerin und Bewegungsforscherin. Sie unterrichtet seit weit über 20 Jahren kontinuierlich und von ganzem Herzen Tanz, Contact Improvisation seit 2004.
Elske ist international tätig und unterrichtet CI in Europa, Kanada, den U.S.A., Argentinien, Israel, Russland and Japan.
Sie kommt ursprünglich aus Hamburg, wo sie im Rahmen ihres Lehramtsstudium Sport-und Bewegungswissenschaft unter Prof. Dr. Peter Weinberg studierte. In ihrer Examensarbeit wandte sie seine Lebendigkeitstheorie erstmalig auf Tanz an ('Das Lebendige des Tanzes', 1999).
Ihre Hauptforschungsfrage 'Das Wesen von Tanz und seine Vermittlung' motiviert seit Beginn ihres Studiums (1993) bis zum heutigen Tag den Kern ihrer Arbeit.
Ihr Tanz, ihre Forschung und ihr Unterricht sind getragen von ihrer Arbeit in der Natur, als Quelle für Wissen und Inspiration. Sie unterrichtet CI im Studio, in der Natur und im Wasser.
Sie kreiert u.a. Formate, die Contact & Natur und Leben & Tanz verbinden und ist die künstlerische Leiterin, Organisatorin und Mitbegründerin des Contact Festival & Camp Fuerteventura.
Sie hat eine unerschöpfliches Faszination Contact Improvisation in seinen Feinheiten und in seiner Tiefe zu erforschen und öffnet dafür den Raum u.a. In folgenden Projekten: Dance Your Questions: CI Research Week for experienced contact dancers, CI Fortbildungsreihe Hamburg, CI Basis Ausbildung Hamburg und co-organisierte ECITE - European Contact Improvisation Teachers Exchange in Ponderosa in 2014.
www.elskedance.de
www.canarian.contactfestival.info

 

 

 

Die Wissenschaft bezeichnet mit dem lateinischen Wort für `küssen` die Annäherung einer Kurve an eine andere Kurve, einen Kreis oder eine Raumsphäre, der sie sich im übertragenen Sinne anschmiegt. Im Axis Syllabus* übernehmen wir diese Idee, um die dreidimensionale Seitneigung der Wirbelsäule zu benennen, die der menschlichen Fortbewegung zugrunde liegt – ein Erbe unserer Fisch-Vorfahren, die sich durch Wellenbewegungen von einer Seite zur anderen durchs Wasser bewegen. Wenn Fische sich dabei ständig um das Wasser zu ihrer Rechten und Linken schmiegen, wären wir die Spezies, die den Raum um sich herum küsst...
Das Zusammenspiel der facettenreichen Wirbelsäule mit ihren vielen Gelenken, Muskeln und dem elastischen Faszialgewebe gestaltet die Bewegung unseres gesamten Körpers durch den Raum. Dabei liefert die Schwerkraft unserem Eigenwahrnehmungssystem kontinuierlich Information dafür, wie er sich sinnvoll in den Raum und zum Boden hin artikulieren kann.
Theorie und Praxis gehen in diesem Workshop Hand in Hand; wir werden zwischen anatomischem Anschauungsmaterial und praktischer Erforschung abwechseln und uns durch beides inspirieren lassen. In (Partner)improvisationen und choreographierten Bewegungssequenzen spielen wir im Tanz mit der theoretischen Information.

* Axis Syllabus (Autor: Frey Faust, www.axissyllabus.org) ist ein Bewegungslexikon, dem ein ganzheitliches Verständnis menschlicher Bewegung zugrunde liegt. Informationen aus Biomechanik, Anatomie, Physik und Medizin werden in ihrer gegenseitigen Wechselwirkung betrachtet und in der Praxis dazu genutzt, Bewegungen zu analysieren und eine funktionell sinnvolle Koordination im eigenen Körper und im Zusammenspiel mit den uns umgebenden physikalischen Kräften zu erforschen und zu trainieren.
Eine Axis Syllabus Klasse bietet einen Ort für spielerische Erfahrung und persönliche Recherche in einem kollaborativen Lernumfeld. Als Inspirationsquellen nutzen wir anatomisches Anschauungsmaterial, strukturierte (Contact)Improvisation und choreographierte Bewegungssequenzen – dabei geht es um ein leichtes und intensives Bewegungsgefühl (nicht nur) im Tanz und um respektvollen Umgang sowohl mit uns selbst als auch miteinander. Und – natürlich – um die Freude am Tanzen! 

 

Irina Hortin

Irina Hortin (www.irinahortin.com) studierte zeitgenössischen Tanz, Literatur und Linguistik in Deutschland, Frankreich und Argentinien, wo sie den Tango intensiv kennen- und lieben gelernt hat. Ihre Tanzausbildung erhielt sie in Köln, München und überall dort, wo sie getanzt und gelebt hat - vor allem aber im Nomadic College bei Frey Faust, der wegweisend für ihren tänzerischen Weg war und ist. Sie arbeitet international als freischaffende Tänzerin, Choreographin und Dozentin (u.a. am Tanzhaus NRW und bei Contact(Tango)- und ImprovisationsFestivals) und ist zertifizierte Iyengar Yogalehrerin. Seit 2012 ist sie Choreographin für das Schalktheater/Zürich. Zusammen mit Gabriele Koch leitet sie das Projekt 1001Tropfen (www.1001tropfen.de) und kreiert Tanztheater in der Natur und im urbanen Kontext. Irina interessiert sich lebhaft dafür, wie der menschliche Körper jenseits von Sprache kommuniziert, für seine Resonanz in anderen Körpern und im weiteren Umfeld. Sie ist zertifizierte AxisSyllabus Lehrerin und forscht praktisch, theoretisch – und leidenschaftlich! - rund um das kinetische Potential unseres Körpers.