...und Bewegungsenergie recyclen. Wie unsere Körper die Antwort auf die Einladung der Schwerkraft zum Tanz artikulieren.

Jedes unserer Körperteile hat Masse und besitzt Bewegungspotential, das wir durch Fallenlassen freisetzen und als Motor für weitere Bewegung nutzen können. In der Axis Syllabus Terminologie bezeichnen wir Körperteile daher als `Motorische Massen`. Was wie theoretische Physik klingt, ist in der Erforschung mit dem eigenen Körper pure Praxis und kann uns dabei unterstützen, mit geringem Aufwand und energieeffizient in Bewegung zu kommen.

Ist der Motor einmal `angeworfen` und der Körper in Bewegung, sorgt das MuskelFaszienSystem, das unsere Einzelteile beweglich zusammenhält dafür, dass sie miteinander kommunizieren, sich gegenseitig sowohl einladen als auch folgen und dabei mit den uns umgebenden Kräften tanzen.

In diesem Intensive werden wir die motorischen Hauptmassen des Körpers und die Bewegungsspielräume dazwischen erforschen und damit experimentieren, wie sie unsere Körper sequentiell durch den Raum manoevrieren, sei es allein oder in der ContactImprovisation. Wir werden auch wiederholbare Bewegungsmotive nutzen, um die Theorie zu verkörpern und in Bewegung zu bringen.

* Axis Syllabus (Autor: Frey Faust, www.axissyllabus.org) ist ein Bewegungslexikon, dem ein ganzheitliches Verständnis menschlicher Bewegung zugrunde liegt. Informationen aus Biomechanik, Anatomie, Physik und Medizin werden in ihrer gegenseitigen Wechselwirkung betrachtet und in der Praxis dazu genutzt, Bewegungen zu analysieren und eine funktionell sinnvolle Koordination im eigenen Körper zu erforschen und zu trainieren.
Eine Axis Syllabus Klasse bietet einen Ort für spielerische Erfahrung und persönliche Recherche in einem kollaborativen Lernumfeld. Als Inspirationsquellen nutzen wir anatomisches Anschauungsmaterial, strukturierte (Contact)Improvisation und choreographierte Bewegungssequenzen – dabei geht es um ein leichtes und intensives Bewegungsgefühl (nicht nur) im Tanz und um respektvollen Umgang sowohl mit uns selbst als auch miteinander. Und – natürlich – um die Freude am miteinander Tanzen! 

 

Irina Hortin

Irina Hortin (www.irinahortin.com) studierte zeitgenössischen Tanz, Literatur und Linguistik in Deutschland, Frankreich und Argentinien, wo sie den Tango intensiv kennen- und lieben gelernt hat. Ihre Tanzausbildung erhielt sie in Köln, München und überall dort, wo sie getanzt und gelebt hat - vor allem aber im Nomadic College bei Frey Faust, der wegweisend für ihren tänzerischen Weg war und ist. Sie arbeitet international als freischaffende Tänzerin, Choreographin und Dozentin (u.a. am Tanzhaus NRW und bei Contact(Tango)- und Improvisations Festivals und ist zertifizierte Iyengar Yogalehrerin. Seit 2012 ist sie Choreographin für das Schalktheater/Zürich. Zusammen mit Gabriele Koch leitet sie das Projekt 1001Tropfen (www.1001tropfen.de) und kreiert Tanztheater in der Natur und im urbanen Kontext. Irina interessiert sich lebhaft dafür, wie der menschliche Körper jenseits von Sprache kommuniziert, für seine Resonanz in anderen Körpern und im weiteren Umfeld. Sie ist Mitglied des ASIRN (Axis Syllabus International Research Network), zertifizierte Axis Syllabus Lehrerin und forscht praktisch, theoretisch – und leidenschaftlich! - rund um das kinetische Potential unseres Körpers.